Einen Aufsatz planen: von der Fragestellung zur fertigen Gliederung
Wenn die Abgabe näher rückt, fühlt sich Planen wie Zeitverschwendung an. Ist es nicht. Das Schwierigste an einem Aufsatz ist zu entscheiden, was du eigentlich vertrittst und in welcher Reihenfolge. Klär das zuerst, dann schreibst du viel schneller.
Kurz gesagt
- Such zuerst den Operator. Inwiefern verlangt ein Urteil, keine Beschreibung.
- Schreib deine These in ein, zwei Sätzen auf, bevor du Absätze planst.
- Notier jede Quelle sofort, wenn du sie benutzt.
Schritt 1: Zerleg die Aufgabe
Lies sie ein paar Mal. Markier den Operator, das Thema und alle Grenzen, zum Beispiel einen Zeitraum oder einen bestimmten Text.
Der Operator sagt dir, welche Art Antwort gefragt ist. Beschreiben heißt: wie es ist. Erklären heißt: warum oder wie. Beurteilen, bewerten oder inwiefern heißt: abwägen und zu einem Urteil kommen. Vergleichen heißt: Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
Ein Beispiel: Inwiefern war die wirtschaftliche Not die Hauptursache der Französischen Revolution? Du brauchst ein Urteil, und die wirtschaftliche Not muss gegen andere Ursachen abgewogen werden, nicht nur beschrieben.
Schritt 2: Erst alles raus, dann Lücken füllen
Bevor du etwas Neues liest, bring alles, was du schon weißt, auf eine Mindmap. Die Frage in die Mitte, Faktoren als Äste, Belege auf die kleineren Zweige. Meist weißt du mehr, als du denkst, und die Lücken fallen sofort auf.
Dann füllst du sie: Unterrichtsnotizen, Pflichtlektüre, Literaturliste, Bücher aus der Bibliothek. Sammle konkrete Belege, etwa ein Zitat, ein Datum oder eine Zahl aus dem Schulbuch. Und schreib sofort auf, woher es kommt. Autor, Titel, Jahr, Seite.
Schritt 3: Leg deine Antwort fest
Schreib deine These in ein, zwei Sätzen. Jeder Absatz muss helfen, sie zu belegen. Für die Revolutionsfrage etwa: Die wirtschaftliche Not hat alten Groll in eine Krise verwandelt, aber ohne politische und ideologische Ursachen wäre daraus keine Revolution geworden.
Wenn das noch nicht klappt, ist das auch gut zu wissen. Meistens fehlt dann noch etwas Recherche, oder du hast noch nicht entschieden, welcher Faktor am wichtigsten ist.
Schritt 4: Bau die Gliederung
Ein Punkt pro Hauptteil-Absatz. Behauptung, Beleg, Erklärung ist ein guter Standard: Punkt nennen, belegen, dann mit der Frage verknüpfen. Schreib eine grobe Wortzahl neben jeden Teil, damit dir nicht vor deinem besten Argument die Wörter ausgehen.
- Einleitung: ein Satz Kontext, Schlüsselbegriffe, deine These.
- Absatz 1: der Faktor, den die Frage nennt.
- Absätze 2 bis 4: die anderen Faktoren, jeweils mit Bezug zur Frage.
- Gegenargument: das stärkste Argument gegen dich und warum du trotzdem dabei bleibst.
- Schluss: dein Urteil. Keine neuen Belege.
Schritt 5: Gleich richtig zitieren
Frag nach, welchen Zitierstil deine Schule will (Harvard, APA, MLA, Chicago), und nutz ihn von Anfang an. Wörtliche Zitate und Paraphrasen brauchen beide eine Quellenangabe. Fremde Ideen in eigene Worte zu fassen macht sie nicht zu deinen, und sauberes Zitieren schützt dich vor einem Plagiat aus Versehen.
So geht es mit Brainlag
- Mindmap: die Frage in die Mitte, ein Ast pro Faktor.
- Essay-Planer: These eintragen, dann einen Abschnitt für Einleitung, jeden Absatz und den Schluss, jeweils mit Punkt und Beleg.
- Zitationsgenerator: jede Quelle im verlangten Stil eingeben und ins Literaturverzeichnis kopieren.
- Bevor du schreibst, lies die Gliederung einmal von oben nach unten und prüf, ob jeder Absatz wirklich die Frage beantwortet.
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Kurze Fragen
Wie lange sollte ich planen?
In einer Klausur lohnen sich ein paar Minuten Stichpunkte. Bei Hausarbeiten dauern Recherche und Planung oft länger als das Schreiben. Das ist normal.
Schreib ich die Einleitung zuerst?
Viele schreiben sie zuletzt oder machen eine grobe Version und überarbeiten sie am Ende. Dann weißt du genau, was du vertrittst.